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Akoplan zum Städte-Ranking

Vor 8 Tagen erschienen in der hiesigen Lokalpresse Ergebnisse eines Städte-Rankings, durchgeführt von der - ansonsten eher nicht besonders vertrauenswürdigen - arbeitgebernahen 'Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft'.

Danach landete Dortmund sowohl NRW-weit als auch bundesweit auf einem der hintersten Plätze aller Landkreise und kreisfreien Städte (50. von 54, bzw. 335. von insgesamt 409). Einbezogen waren Arbeitsmarktdaten, Sozialausgaben, Kaufkraft, durchschnittliches Arbeitnehmergehalt, Preisniveau Lebensmittel und Mietwohnungen, private und öffentliche Verschuldung, Kriminalitätsrate, Grad der Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder unter 8 Jahren, Produktivität, Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen ("Gründungsdynamik"), Branchenstruktur - insgesamt 21 Kriterien.

Nun ist diese Nachricht an sich eigentlich nicht besonders bemerkenswert, im Gegenteil: Die Daten zur Wirtschaftstruktur, Produktivität und Gründungsdynamik lassen eher den Schluss zu, dass Dortmund mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise noch vergleichbar gut aufgestellt ist. Aber bei der Stadt und auch Teilen der Lokalpresse war die Aufregung über die Studie riesengroß: Einseitig, ungerecht, überdramatisiert - so ließ sich die oberste Wirtschaftsförderer vernehmen. "Die Stadt am Hellweg, die in den vergangenen Jahrhunderten viele Veränderungen erlebte, hat den Strukturwandel im Ruhrgebiet erfolgreich angepackt, so wie kaum eine andere Stadt." Und das könne man sehen – in der Wirtschaft, in der Freizeit, in der Kultur, beim Wohnen...

Der Kommentator der WR verstieg sich sogar zu der Behauptung, hier würden Äpfel mit Birnen verglichen. Die guten Wirtschaftsdaten "hätten mehr Beachtung verdient". Um dann die Vermutung anzustellen: "Aber vielleicht  - Nachtigall, ich hör dir trapsen - war das von den arbeitgebernahen Autoren auch gar nicht gewollt. Zufall, dass sich das 'rote' Dortmund am Ende der NRW-Tabelle befindet, wie das ehedem 'rote' Ruhrgebiet insgesamt?" (WR v. 17.4.09)

Nun geht es nicht darum, das Engagement des Herrn Mager und seines Teams zu schmälern. Aber eine Tatsache ist nicht wegzuleugnen: Dortmund hat massive soziale Probleme. Und einige wichtige Einflußgröße war/ist dabei die Tatsache, dass die Sozialleistungen für den Großteil der Leistungsbezieher im Zuge der Agenda-Gesetze massiv abgesenkt wurden. Erst danach wurde für jedermann sichtbar, welche Bedeutung Lohnersatzleistungen und staatliche Sozialleistungen bis dahin für Kaufkraft, sozialen Ausgleich und Prosperität einer ganzen Region hatten.

Wir von Akoplan bestehen darauf, dass sich die Kommunalpolitik diesen Gegebenheiten stellt und haben uns daher zu den oben genannten Artikeln eine kritische Stellungnahme verfasst. Leider wurde sie, jedenfalls ich das beurteilen kann, bislang nicht in der örtlichen Presse wiedergegeben (über Gründe darf spekuliert werden). Deshalb möchte ich den Text unserer Pressemitteilung wenigstens über unseren lokalen Verteiler verbreiten (in der Anlage).

Die dazugehörigen Presseartikel über das Städte-Ranking und Magers Branchenbericht 2008 findet Ihr unter
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/4/16/news-117297025/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/kommentar/2009/4/16/news-117299436/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/meinung/2009/4/16/news-117291686/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/4/16/news-117290018/detail.html
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/exklusiv/wirtschaft/art1545,536602
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/Dortmund;art930,536898

Quelle: akoplan

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