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Schüler demonstrieren für ein Mittagessen

"Wir haben Hunger", skandierten gestern rund 300 Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule in der Innenstadt. Mit einer Demonstration wiesen sie lautstark auf das Fehlen einer Essensversorgung hin. Im Rathaus wurden die Rufe erhört.

Töpfe, Löffel, Scheppern. Der Zug zog sich von der Nordstadt bis auf den Friedensplatz. Auf Transparenten wurden die "katastrophalen Zustände an der Anne-Frank-Gesamtschule" angeprangert. Erstmals gingen auch viele Eltern mit auf die Straße. Eltern, die enttäuscht sind, dass es bei einem Ganztagsbetrieb keinen Mittagstisch (mehr) gibt.

Schulausschussvorsitzender Hermann Diekneite trat vor die Menge und kündigte Lösungen in der anschließenden Sitzung des Schulausschusses an.

ie auch prompt und unter Beifall der Schüler und ihrer Eltern auf der Tribüne des Ratsaals folgten. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten einstimmig für die Anträge der CDU, SPD und Grünen, der Anne-Frank-Schule kurzfristig zu helfen, ein Mittagessen servieren zu können. Die notwendigen Mittel sollen in den Haushalt 2008/2009 eingestellt werden. Auch die Fraktion "Die Linken im Rat" hatte einen solchen Antrag ebenfalls formuliert, erhielt jedoch keine Zustimmung seitens der anderen Fraktionen.

Sowohl Grüne als auch CDU merkten jedoch an, dass eine Qualitätsanalyse der Bezirksregierung Arnsberg über Erneuerungs- und Sanierungsbedarf der Anne-Frank-Gesamtschule bei der nächsten Ausschusssitzung im November auf der Tagesordnung stehen werde, so dass es auf einen Monat mehr oder weniger nun auch nicht ankomme. Die Wiederaufnahme des Mensabetriebs kann jedoch nicht warten. Erst im Frühjahr übernimmt das Studentenwerk, bis dahin muss improvisiert werden. "Wir könnten Automaten auf- oder einen Verkaufscontainer bereitstellen", sagte Wolfgang Schulz vom Schulverwaltungsamt und gibt den Ball zurück an die Schule: "Bis jetzt hat sich niemand mit Vorschlägen an uns gewandt." (GN/greg)

Quelle: Westfälische Rundschau vom 10.10.2007

 

"Anne Frank" will endlich Hilfe

DORTMUND Knapp 300 Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule zogen am Mittwoch mit Trillerpfeifen, Schüsseln, Töpfen und Kochlöffeln „bewaffnet“ von der Burgholzstraße Richtung Rathaus. Sie wollten auf die Missstände an ihrer Schule aufmerksam machen.

Sie wollen die Suppe nicht länger auslöffeln, die jahrelanges Hin und Her ihrer Schule eingebrockt hat. Können sie auch gar nicht mehr, denn seit einiger Zeit ist die Mensa der Schule – die ganztags unterrichtet – geschlossen. Nur einer der vielen Missstände, sagen die Elternvertreter und machten gestern mobil: Undichte Fenster, schiefe Böden, vergammeltes Mobiliar, eine defekte Heizung und einsturzgefährdete Dächer sind nur einige Punkte auf der langen Mängelliste. „Würden Sie hier zur Schule gehen?“ steht auf dem Flugblatt, das die Demonstranten gestern vor dem Rathaus verteilten.

Eltern und Schule setzen auf Pläne für eine Übergangslösung für eine provisorische Mensa im Foyer. Die Verwaltung hatte allerdings nach einem Ortstermin Ende September entsprechende Pläne dementiert (RN berichteten). Am Mittwoch im Schulausschuss wurde vieles klar, aber es blieb auch einiges offen: Einstimmig wurden zwar die Anträge aller Fraktionen beschlossen, die allesamt Maßnahmen für die Schule fordern. Das hätte Freude oben auf der vollen Tribüne auslösen können; es blieb aber verhalten, weil ganz konkrete Vorschläge ausblieben.

Mittelfristig sollen Dortmunder Tafel und Studentenwerk für ein Essensangebot sorgen, so Schuldezernentin Waltraud Bonekamp. Sie zog sich den Unmut vieler zu, weil sie betonte, man habe an der Schule „permanent instand gesetzt“. Spätestens 2012, so sagte sie, sei das Gebäude ohnehin nicht mehr als Schule nutzbar, das hätten Berechnungen der Statiker angesichts der Bergschäden ergeben. Das hilft aktuell wenig. Knackpunkt werden die Haushaltsberatungen sein, wenn es darum geht, den gestrigen Bekundungen ein finanzielles Fundament zu geben.

Quelle: Ruhr Nachrichten vom 10.10.2007

 

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