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Trotz Abitur keinen Job

Die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist eine gute Ausbildung, heißt es. Eine Studie des DGB legt nun nahe, dass die Krise die Hochqualifizierten besonders hart trifft. Wir forschten nach, wie die Situation in Dortmund ist.

Tatsächlich zeigt sich im August eine überproportionale Erhöhung gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,8% bei den Menschen ohne Job, aber mit Abitur, Fachhochschul- oder Hochschulreife. Lag im August 2008 deren Anteil bei 13,6 %, ist er im August 2009 auf 15 % gestiegen. In absoluten Zahlen hatten von 38 163 Arbeitslosen 5756 Abitur, Fachhoch- oder Hochschulreife. Zum Vergleich: 68,4% oder 25 119 Menschen ohne Job haben entweder keinen Abschluss oder Hauptschulabschluss.

Trend zu höheren Schulabschlüssen

„Natürlich betrifft die aktuelle wirtschaftliche Krise grundsätzlich auch viele Hochqualifizierte“ so Sabine Hanzen-Paprotta, Sprecherin der Agentur für Arbeit. Grundsätzlich gebe es auch der Trend zu höheren Schulabschlüssen. „Dadurch steigen auch die Arbeitslosmeldungen von Personen mit Abitur.“

Doch es gibt offenbar noch andere Gründe, die mit der Wirtschaftskrise zusammenhängen dürften. So ist die Zahl derjenigen Hochqualifizierten, die direkt nach Ausbildung oder Studium arbeitslos geworden sind, um 63,4 % auf 791 Betroffene hochgeschossen.

„Das zeigt, dass offenbar viele nach der Ausbildung nicht übernommen oder nach dem Studium nicht direkt eine Anstellung gefunden haben“, so Ulrich Moritz von der Agentur.

Bei den Zugängen an Arbeitslosen, also Arbeitslosmeldungen nach Kündigungen, sind von Januar bis August dagegen die Hochqualifizierten unterdurchschnittlich vertreten.

Hoher Anstieg

So mussten sich seit Jahresbeginn 3116 Menschen mit Abitur, Fachhoch- oder Hochschulreife arbeitslos melden, das ist ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zuwächse bei Personen ohne Schulabschluss stiegen jedoch sogar um 13,3%, mit Hauptschulabschluss um 15,8%, mit Mittlerer Reife um 12,8 %.

Sabine Hanzen-Paprotta unterstreicht: „Grundsätzlich gilt, dass Akademiker das geringste Arbeitslosigkeitsrisiko haben, also bei Verlust des Arbeitsplatzes gute Chancen haben, eine neue Tätigkeit zu finden– natürlich immer abhängig von der Fachrichtung.“

Quelle: RN vom 17.10.09

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