Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Soziale Lage / Sozialpolitik Armut/Sozialhilfe Verbraucherschützer warnen vor steigenden Energiepreisen

Verbraucherschützer warnen vor steigenden Energiepreisen

— abgelegt unter:

Energie ist teuer – und die Preise für Strom und Wärme werden auch in Zukunft noch weiter ansteigen. Damit insbesondere einkommensschwache Haushalte die Kosten aufbringen können, fordert die Verbraucherzentrale NRW ein neues Tarifsystem.

Die Kosten werden immens steigen. Das aktuelle Niveau hat ja schon alle Prognosen gesprengt“, verdeutlicht Klaus Müller, Vorstandsmitglied der Verbraucherzentrale NRW. Gemeinsam mit dem Europa-Abgeordneten Bernhard Rapkay (SPD) diskutierte er jüngst neue Strom-Spartarife.

„Der nächste Winter wird für die Leute, die mit Gas oder Öl heizen, sehr gruselig“, prognostiziert der Verbraucherschützer. Soll heißen: Wenn sich am bestehenden Tarifsystem der Anbieter nichts tut, werden unzählige Haushalte knapsen müssen. Das wird vor allem für Geringverdiener schwierig“, so Müller. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale die Einführung von Strom-Spartarifen.

Vom dem Begriff „Sozial-Tarif“, der lediglich für bestimmte Kunden geschaffen werden könnte, halten die Experten indes nichts.

Stattdessen entwickelten sie ein Modell, das für alle Haushalte gelten solle. „Wir sagen nicht, dass wir den Königsweg gefunden haben“, erläutert Klaus Müller im Gespräch. Vielmehr soll der Vorschlag von Politik und Wirtschaft aufgenommen, überdacht und modifiziert werden, damit am Ende ein verbraucherfreundliches Ergebnis entsteht.

Im Kern sieht der Strom-Spartarif, der dann auf Bundesebene eingeführt werden soll, vor, dass konkrete Anreize zum Energiesparen geschaffen werden müssen.

Alle Haushaltsmitglieder würden demnach eine kleine Menge Frei-Kilowattstunden erhalten, es gäbe keinen Sockelbetrag mehr und die Energiekosten würden nur noch nach Verbrauch berechnet. „Damit können die Bürger durch aktives Stromsparen sehr gut die Kosten kontrollieren“, so Müller weiter.

Die explosionsartig gestiegenen Preise – in den USA beispielsweise hat sich der Ölpreis in den vergangenen acht Jahren vervierfacht - sind nicht nur in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem.

„Wir sprechen uns dafür aus, dass jedes EU-Land einen Sozialtarif anbieten muss“, erläutert Bernhard Rapkay. Gespräche in dieser Richtung laufen in Brüssel bereits. „Es wird auf jeden Fall etwas kommen, so viel ist sicher“, gibt sich der Europapolitiker optimistisch.

Allerdings: die Kosten, die bei der Umstrukturierung der Tarife entstehen, dürften dann nicht bei den einzelnen Stadtwerken verbleiben. „Es muss bis zum Herbst etwas passieren. Da erwarten wir von Europa etwas“, verdeutlicht der Verbraucherschützer.

Quelle: City-Anzeiger Dortmund 16.07.08, abgetippt von S. Pohl (Akoplan)

Artikelaktionen